Zentrum für Senioren und Begegnung Adrienne von Bülow

  Foto Seniorenzentrum Grafenau

Konzeption

 
Menschen, die in stationären Einrichtungen leben, sind tagtäglich mit vielerlei Einschränkungen konfrontiert: Mobilität, Wohnraum, selbständige Lebensführung, Gesundheit, soziale Kontakte etc. Dabei ist es Wunsch und Ziel, auch in dieser Lebenssituation Selbständigkeit zu erhalten und Selbstbestimmung zu gewährleisten.

In der neuen Einrichtung in Grafenau stand die Frage im Zentrum der Überlegungen, in wie weit der Einsatz innovativer Technik und technischer Hilfsmittel bei der Pflege und Betreuung von alten Menschen und hinsichtlich der Optimierung der Arbeitsprozesse des Personals gute Perspektiven schaffen kann. Dabei gilt als entscheidendes Kriterium, welchen Beitrag technische Hilfsmittel liefern können, um sich in der Pflege noch deutlicher auf die persönliche Zuwendung konzentrieren zu können.

Eine intelligente Systemlösung auf der Basis einer BUS-Systematik mit ihrer hochgradigen technischen Flexibilität bietet hier die zukunftsfähige Lösung, insbesondere im Hinblick auf die gebäudebezogene Bindewirkung von 25 bis 30 Jahren. Zwar mit deutlich höherem planerischen, installationstechnischem und damit finanziellem Aufwand verbunden, ergibt sich in der Gegenüberstellung von Aufwand und Nutzen doch mittel- bis langfristig ein eindeutiger Mehrwert für die Bewohner und Kunden wie die Einrichtung insgesamt.
   

Technische Ausstattung

   
Bei einem BUS-System können beliebig viele Bedienstellen mit belieb vielen 'Aktoren' kombiniert werden. Weiterhin sind Schnittstellen zu fast allen anderen Medien möglich, wie Telefonie, Computer-Netzwerke, Notrufsysteme, Sprachsteuerungssysteme, Internet, Pflegedokumentation etc. Zusätzliche Sicherheit in einer Altenhilfeeinrichtung entsteht durch zentrale Steuerungs- und Überwachungsmöglichkeiten, spezielle Zutrittskontrollen, allgemeine Gebäudeüberwachung, spezielle Beleuchtungskonzepte, Home-Care-Systeme, Bewegungsmelder und Sturzmatten oder auch Herdüberwachung.

Im Adrienne-von-Bülow-Zentrum stellt sich die darauf ausgerichtete technische Ausstattung im Detail wie folgt dar:

Grundstruktur
- Gesamtgebäude erhält Ringleitung Busverkabelung
- Installation in den Räumen sternförmig
- Platzreserven in Etagen- und raumbezogenen Verteilern

Bewohnerzimmer
- Ringleitung Bus und Stützpunktverteiler Raum in Zwischendecken
- Installation in den Räumen sternförmig
- In ausgewählten Bewohnerzimmern Sicherheits- und Überwachungsfunktionen
- Erweiterbarkeit und Flexibilität bei erforderlicher Nachrüstung

Funktionsräume, Nebenräume und Verkehrsflächen
- Ringleitung Bus und Stützpunktverteiler Raum in Zwischendecken pro Raum
- Installation in den Räumen sternförmig
- Ausstattung mit Busfunktionen nach Anforderungsprofil
- Absehbare Funktionserweiterungen werden über Leerrohrnetze vorbereitet

Zentrale Funktionen werden ab den Dienstzimmern und dem Foyer über zentrale EIB-Tableaus gesteuert. Bei Nacht werden alle Funktionen zentral über das Paneel Nachtdienstzimmer bedient. In Dienstzimmern und funktionalen Räumen werden Leerdosen als Busanbindungspunkte vorgesehen. Flure, Aufenthaltbereiche, Treppenhäuser und öffentliche Bereiche sind auf Busverkabelung vorbereitet. Es besteht eine sternförmige Verlegung von Busleitungen zu allen Schaltschränken der technischen Gebäudeausrüstung zur Vernetzung von Störmeldungen, Alarmmeldungen und Zustandsmeldungen sowie eine sternförmige Verlegung von Busleitungen zu allen Bus-Tableaus.

Zusätzliche spezielle Funktionen sind in ausgewählten Räumen installiert:
- Überwachung der Vitalfunktionen gefährdeter Personen in 10 Bewohnerzimmern
- Anschlussdosen für Sensormatten in allen Zimmern, Vorhaltung von 10 Matten insgesamt, Einsatz je nach Bedarf
- Aktivitäts- / Mobilitätskontrolle für den Fall der Nutzung des Bewohnerzimmers als betreute Wohnung

Weitere Ausstattungen bzw. Vorhaltungen im Hinblick auf Kommunikation und Dokumentation:
- Sprachverbindung über Rufanlage in alle Bewohnerzimmer
- Videoverbindung via Rufanlage zu speziellen Räumen als Option
- Videoüberwachung allgemeiner Bereiche als Vorhaltung
- Kommunikationsterminals für Senioren wie auch für behinderte Menschen
- EDV-gestützte Pflegedokumentation auf Basis 'DANtouch'
- 'Vivago' Homecare-System
- Internetcafé, in der Nutzung auch für generationsübergreifende Projekte vorgesehen
Eine ausführliche Beschreibung der technischen Gebäudekonzeption findet sich zum Download hier.